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Meine Vorgeschichte mit Jesus



Im Alter von sechs Wochen, im August 1973, von Propst Nieberding in der St-Georgs-Kirche zu Vechta katholisch getauft - so war ich theoretisch und von Anfang an nomineller Christ.
Ich erinnere mich an zwei Gebete, die ich schon als ganz kleiner Junge kannte - und wohl von meinem Vater gelernt hatte:
"Lieber Gott, mach mich fromm - das ich in den Himmel komm"
und
"Ich bin klein, mein Herz ist rein, soll niemand drin wohnen als Jesus allein".
Komisch, so etwas merkt man sich :D


Mit acht Jahren kam ich zur Erstkommunion bei Propst Nieberding, mit elf Jahren zur Firmung (vorbereitet von Propst Weigand - durchgeführt von Weihbischof von Twickel), bis 1993 war ich treu römisch-katholisch. Sogar mit (relativ) regelmäßigen Besuch der hl. Messe. Manchmal sogar werktags.


Allerdings kam ich als Jugendlicher zum VCP, den evangelisch-landeskirchlichen Pfadfindern, und wurde dort mit 16 Stammesführer und Gruppenleiter. Immer mehr wurde ich zum Teil der Vechtaer Gemeinde der ev.-luth. Landeskirche Oldenburg.
Mit 20 Jahren wurde ich evangelisch, und bald darauf als Ersatzältester (mit einem sehr guten Ergebnis) in den Gemeindekirchenrat gewählt, dem ich bis 1998 angehörte.


Meine Bekehrung



Im Sommer 1998 kam es dann aus verschiedenen Gründen zu einer tiefen Lebens- und Sinnkrise. In dieser Zeit bin ich auch neu geistlich "auf die Suche" gegangen. Beschäftigte mich mit den unterschiedlichen Gemeinden in Vechta (r-k Kirche, e-l Kirche, NAK, Christengemeinde Vechta) und mit anderen Richtungen, mit denen ich telefonisch Kontakt aufnahm.
Irgendwo musste doch mehr und authentischeres Christentum sein...
Da musste doch über gut-bürgerliche Moral (nichts gegen gut-bürgerliche Moral aber...) hinaus doch Sinn sein. Tiefe. Beziehung zu Gott...
Fündig wurde ich damals in der Christengemeinde Vechta. Einer kleinen, charismatischen, freien Gemeinde, die Mitglied im fegw ist. Auch wenn ich nie an den sogenannten "Geistesgaben" beteiligt war (außer das ich für Geschwister um Heilung gebetet habe - aber das nehme ich mal heraus. Was ich meine sind Dinge wie "Zungenreden" oder "Prophetien" kam mir der Stil der Charismatik damals wohl auch entgegen.
Im August 1998 wurde ich in der Gemeinde wiedergeboren und im August 1999 getauft. Dafür bin ich der Christengemeinde unendlich dankbar! Es ist immer noch meine "Herkunftsfamilie".
Ich war offenbar tatsächlich emotional ausgehungert und zutiefst unsicher. Da tat die Herzlichkeit und der Tiefgang im Umgang mit Gott und den Geschwistern wirklich gut!
Und ich erholte mich. Was blieb ist die Beziehung zu Gott über meinen Retter Jesus Christus, Herr, Heiland und Gott meines Lebens.
Was nach und nach schwand war der Glaube an die Autorität der Gemeindeleitung. Natürlich: Wenn jemand Prophet ist - dann ist die Autorität zumindest beansprucht. Wer wird ein Wort des Herrn abweisen wollen? Wo es um Geld, Zeit und andere Nebensächlichkeiten ging war das egal. Da ordne ich mich gern unter.
Aber es kam an eine Frage wo ich klar hatte das ich vom Herrn einen Weg geführt werde und das auch biblisch begründet sah - und Unterordnung bedeutet hätte diese Weisung zu ignorieren.
Nein, es gab keinen echten Druck. Ich war frei. Die Gemeinde ist KEINE Sekte. Aber dennoch führte dieser Punkt ein halbes Jahr später zu meinem Austritt.


Der Neuanfang in Goldenstedt



Zum Januar 2005 musste ich mir eine neue Wohnung suchen. Fündig wurde ich in Goldenstedt (wo ich immer noch wohne). Ich sah diesen Wegzug auch als Wink Gottes "Ralf, ich habe jetzt etwas Neues für Dich!". Erst im Juli 2017 sollte ich als Besucher das nächste Mal einen Gottesdienst der Christengemeinde mitfeiern. Es war ein nettes Erlebnis - aber Charismatik ist es nicht mehr. Ich liebe meinen Herrn Jesus und habe in ihm die ganze Fülle der Herrlichkeit Gottes. Zusätzliche "Erlebnisse" brauche ich nicht.
Zunächst versuchte ich es in der Landeskirche.
Gut zwei Jahre lang versuchte ich dort Fuß zu fassen.
Aber jemand, der Frührentner ist - und in eine Depressionstherapie geht?
Der auch schon mal aus der Landeskirche heraus in eine Freikirche gegangen ist?
Der sich hat Wiedertaufen lassen?
Es wurde in den verantwortlichen Kreisen mehr über mich als mit mir geredet. Ich war in Goldenstedt wieder zum Ersatzältesten gewählt worden - und wurde irgendwann stumpf nicht mehr eingeladen. Bitten um Gespräche aus meiner Richtung wurden ignoriert. Als ich im OKR um Hilfe bat wurde mir signalisiert worum es ging (wohl hauptsächlich um die Kunde das ich Wiedergetauft war), und das es ein direktes Gespräch bedürfe. Bis heute hat sich da nichts getan.
Kurz: Die Landeskirche IST von ihrem Verhalten her da als Sekte aufgetreten. Und ich bin mit FREUDEN ausgetreten.


"Meine" Baptistengemeinde


Seit Anfang 2007 bin ich jetzt Mitglied der Baptistengemeinde Wildeshausen. Auch dort ist sicher nicht Alles perfekt. Am Wenigsten ich. Aber ich fühle mich doch wohl, es sind nette Geschwister. Die Allermeisten nehmen das Wort Gottes ernst und gehen ihren Weg mit Jesus.
Es ist weniger "Show" als unter Charismatikern - und weit ehrlicher als ich es in der Landeskirche erfahren habe. Ich fühle mich wohl!


Deshalb helfe ich auch wo ich kann.
In Sachen "Gemeinde" bin ich also angekommen.
Auch wenn ich nach wie vor neugierig bin und gern andere Gemeinden besuche. Auch wenn ich immer gern neue Geschwister kennen lerne - mein Heimathafen sind die Baptisten in Wildeshausen. Und ich glaube: Momentan will mein Herr mich genau dort sehen.